Flaschenzug – was ist nun genau damit gemeint?

Flaschenzug und was man darunter versteht

Als Flaschenzug werden oftmals Seilzüge, Seilwinden und eben Flaschenzüge im eigentlichen Sinn bezeichnet.

Allerdings bezeichnet der Begriff Flaschenzug effektiv nur die Seilzüge, welche mittels Umlenkrollen den Kraftaufwand zum Heben einer Last verringern. So zB eine Seilwinde, welche das Seil direkt mit der Last verbindet, kein Flaschenzug. Verwendet man dagegen bei der selben Seilwinde eine einfache Umlenkrolle, wodurch sich die nutzbare Seillänge halbiert, handelt es sich de facto dennoch um einen Flaschenzug. Wir hoffen das war verständlich erklärt?

Für wen eignet sich ein einfacher Flaschenzug

Ein Flaschenzug im eigentlichen Sinne, besteht aus Umlenkrollen, einem Seil und kann von Hand Flaschenzug, Seilzugbedient werden. Durch die Umlenkrollen wird der Kraftaufwand erheblich minimiert. Als einfache Erklärung – hat der Flaschenzug ein Verhältnis 1:4, benötigen Sie zum Heben von 100 Kg, einen Kraftaufwand von 25 Kg. Auf der anderen Seite müssen Sie auf der Seite des Seiles wo Sie die Last anheben, 40 cm Seilweg anziehen, um die Last 10 cm anzuheben.

Es gibt hier verschieden Varianten, welche sich für Lasten zwischen 100 und 300 Kg eignen. Grössere Lasten können mit sogenannten Kettenzügen gehoben werden. Darauf gehen wir jedoch an anderer Stelle ein.

Sollten Sie zB ein Hobbymechaniker sein, welcher gelegentlich einen Motor aus einem Auto heben muss, eignet sich ein 300 Kg Zug in den meisten Fällen bestens. So wiegen zB die meisten BMW 6 Zylinder Motoren um 200 Kg und selbst der 12 Zylinder 5 Liter Motor wiegt bloss 250 Kg. Allerdings sollten Sie sicherheitshalber zu zweit sein, um Unfälle oder Schäden zu vermeiden, da ein Flaschenzug im Normalfall keine Seilbremse aufweist!

Auch zum Spannen von Zaundrähten, leichte Boote an Land ziehen oder zum Aufhängen von Schlachtvieh, sind diese sehr günstigen Helfer geeignet. Wer sie im Wald einsetzt, wird das geringe Gewicht zu schätzen wissen, falls er in unwegsamem Gelände arbeiten und das Gerät selber tragen muss. Normalerweise liegt das Gewicht nämlich unter 2 Kg.

Abstriche muss man natürlich im Bezug auf Komfort machen. Der Kraftaufwand ist je nach Last dann doch erheblich und man muss sich im Klaren sein, dass man dem Umlenkverhältis entsprechend auch einen Teil der Last selbst heben muss. Zudem wird man den Lastanteil die ganze Zeit über selbst halten müssen, da wie erwähnt in den meisten Fällen eine Seilbremse fehlt. Daher auch der Hinweis, dass man einen Flaschenzug am besten, vor allem bei schweren Lasten, zu zweit bedient. Handschuhe können die Arbeit weiter erleichtern.

Alles in allem sind diese ausgesprochen preiswerten Helfer in vielen Fällen eine Alternative zu teureren und vor allem auch schwereren Seil-, oder Kettenzügen. Vor allem wenn die Arbeiten nur gelegentlich anfallen. Aufgrund der Einfachheit dieser Konstruktionen können sie, abgesehen von einem beschädigten Seil, praktisch nicht kaputt gehen. Schäden kann auch der Laie einfach selbst ausmachen und mit gesundem Menschenverstand Unfälle vermeiden.